Gemeinschaft mit dem Vater PDF Drucken E-Mail

1. Gemeinschaft mit dem Vater

„Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unseren Augen, was wir beschaut und unsere Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – und das Leben ist offenbart worden, und wir haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns offenbart worden ist. Was wir gesehen und gehört haben, verkünden wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus“ (1.Joh. 1:1-3).


Es ist das Anliegen im Herzen des Apostels Johannes, uns in die wunderbare Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus hineinzubringen. Jesus Christus ist nicht nur auf diese Erde gekommen, um unsere Sünden hinwegzunehmen und uns aus der ewigen Verdammnis zu erretten; er möchte uns nicht nur vom Negativen erretten, sondern vielmehr in eine wunderbare Gemeinschaft hineinbringen. Was ist diese Gemeinschaft? Johannes sagt uns, diese Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Dies ist deshalb so wichtig, da wir Menschen für diese wunderbare Gemeinschaft geschaffen worden sind.

Gott möchte viele Söhne haben

Johannes spricht davon, dass das Leben erschienen ist. Das Wort „Leben“ ist kein neues Wort im ersten Johannesbrief; gleich im ersten Buch Mose sehen wir schon den Willen Gottes anhand des Baums des Lebens, nämlich, dass der Mensch das Leben Gottes in sich hinein aufnehmen soll. Dies deutet bereits an, dass Gott gerne viele Söhne haben möchte! Er schuf den Menschen nach seinem Ebenbild, und der Mensch sollte vom Baum des Lebens essen. Wir sind nach der Vorherbestimmung Gottes so geschaffen, damit wir die Sohnschaft empfangen. Ist das nicht wunderbar? Paulus schreibt im Epheserbrief, dass Gott uns vor Grundlegung der Welt zur Sohnschaft vorherbestimmt hat (1:4). Das ist die Absicht Gottes. Er möchte gerne unser Vater sein. Wahrscheinlich ist dies für viele Menschen unvorstellbar, aber da wir alle einen irdischen Vater haben, sollte der Begriff „Vater“ sehr einfach zu verstehen sein. Liebst du alle deine Kinder? Ganz sicher, denn sie sind ja deine Kinder. Ob sie gut sind oder nicht, ihr Vater liebt sie trotzdem. Könnt ihr euch vorstellen, dass der große Schöpfer die Menschen mit der Absicht geschaffen hat, sie zu vielen Söhne zu machen? In Hebräer 2 ist es das Ziel unseres Herrn Jesus, viele Söhne zur Herrlichkeit zu führen. Dieses Bild müssen wir sehen, um den ersten Johannesbrief verstehen zu können. Den Vater verlangt danach, uns durch sein Leben zu seinen Söhnen zu machen und uns in diese wunderbare Gemeinschaft hineinzubringen. Er möchte mit uns Gemeinschaft haben. Warum hat Gott dieses Verlangen? Hat ein Vater nicht das Verlangen, seine Kinder zu sehen? Mit Sicherheit. Meint ihr, dieser wunderbare Gott und Vater hat keine Sehnsucht, mit euch Gemeinschaft zu haben? Kannst du dir vorstellen, dass dein Vater dich ruft, du aber nicht mit ihm sprechen möchtest und davonläufst? Es wäre doch nicht normal, wenn du keine Lust hättest, mit deinem Vater Gemeinschaft zu haben!

Die Sehnsucht des himmlischen Vaters

Gott sucht den Menschen. Der Psalmist schreibt, dass der wunderbare Gott vom Himmel herabschaut und sucht, ob jemand verständig ist und nach Gott fragt (Ps. 14:2). Nachdem die Sünde in den Menschen hinein gekommen war, fürchtete er sich und versteckte sich vor Gott. Aber Gott hat aus lauter Liebe alles getan, um uns Menschen wieder zu sich zurück zu bringen. In Lukas 15 erzählte der Herr die Geschichte vom Vater, der sehnsüchtig darauf wartet, dass der verlorene Sohn zurückkommt. Diese Geschichte sollte nicht „Der verlorene Sohn“ heißen, wie die meisten es meinen, sondern vielmehr „Der liebende Vater“. Der Vater hat täglich in der Hitze der Sonne gewartet, bis sein Sohn zurückkommt. Das ist die Sehnsucht des Vaters. Er möchte mit uns Gemeinschaft haben, weil er uns lieb hat und weil wir seine Kinder sind. Ich verstehe die Liebe des Vaters sehr gut, weil ich selber auch Kinder habe. Der Herr Jesus sagte einmal: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater in den Himmeln Gutes geben denen, die ihn bitten“ (Mt. 7:11)! Ich kann euch nicht sagen, wie viel mehr uns der Vater liebt! Es ist unbeschreiblich. Dies ist die Sehnsucht unseres Vaters.

Der Jünger Johannes hat diese wunderbare Gemeinschaft zwischen dem Vater und seinem Sohn Jesus dreieinhalb Jahre lang gesehen. Täglich hat der Herr seinen Jüngern diese Gemeinschaft vorgelebt, und genau dies hat Johannes in seinem Evangelium beschrieben. Daher ist das Johannesevangelium ein Evangelium vom Vater und über den Vater. Der Herr sprach dort sehr oft in fast jedem Kapitel über den Vater. Am Ende sagte er: „Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott“ (Joh. 20:17b). Seine Jünger bezeichnete er an derselben Stelle als Brüder und nicht mehr nur als Jünger oder Freunde. Ist das nicht eine gute Nachricht? Als seine Brüder möchte der Herr sie in dieselbe wunderbare Beziehung mit dem Vater hineinbringen. Das meinte Johannes in seinem Brief, als er sagte: „... damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus“ (1.Joh. 1:3).

Alle Gläubigen sind in die Gemeinschaft hinein berufen

Als Jesus auf dieser Erde lebte, hat er diese Gemeinschaft vorgelebt, um uns zu zeigen, welch eine wunderbare Gemeinschaft wir, die wir wiedergeboren sind, heute mit unserem Vater haben können und müssen. Er wohnte ständig im Vater und der Vater in ihm. So sagte Jesus zu seinen Jüngern: „An jenem Tage [nämlich am Tag der Auferstehung] werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch“ (Joh. 14:20). Welch ein Wunder, dass auch wir in diese wunderbare, herzliche, reiche und lebendige Gemeinschaft hineinkommen dürfen – „... ihr in mir und ich in euch!“ Es ist keineswegs eine Theologie oder Lehre, oder gar ein theoretisches Schreiben. Vielmehr ist dies eine wunderbare Gemeinschaft, in die alle Gläubigen hineinkommen müssen, und zwar vom Kleinsten bis zum Größten. Niemand ist zu jung, um in diese Gemeinschaft hineinzukommen. Die Jüngeren brauchen die Liebe des Vaters sogar noch mehr! Wer hat diese Gemeinschaft nötiger? Unser himmlischer Vater wird sagen: Die Alten brauchen mich nicht so sehr wie die Jungen! Ich muss mehr Zeit nehmen, mit den Jungen Gemeinschaft zu haben. Das sehen wir auch in dem Gleichnis vom liebenden Vater in Lukas 15. Dort hat der Vater nicht jeden Tag auf den braven älteren Sohn gewartet. Daher war der erste Sohn gar nicht froh, sondern sagte zum Vater: Dieser schreckliche Sohn ist weggelaufen und hat deinen Reichtum verschwendet. Ich aber bin allezeit zu Hause und du kümmerst dich nicht so sehr um mich. Geschwister, ich weiß, dem Vater liegt mehr an den Jungen als an mir, der ich schon älter bin. Deshalb sollt ihr jungen Leute dem Vater euer Herz noch mehr öffnen. Er liebt euch und sehnt sich so sehr nach der innigen Gemeinschaft mit euch.

Am Leben unseres Herrn Jesus Christus auf dieser Erde können wir so eine wunderbare Gemeinschaft mit dem Vater sehen. Wäre Adam nicht gefallen und wäre die Sünde durch seinen Ungehorsam nicht zu allen Menschen hindurchgedrungen, sondern hätte er statt dessen vom Baum des Lebens gegessen und das Leben Gottes in sich hinein aufgenommen, so wäre seine Gemeinschaft mit dem Vater genauso gewesen, wie die Gemeinschaft zwischen Jesus und dem Vater. Das ist unser Erstgeburtsrecht. Leider hat der Sündenfall die Menschen von dieser herrlichen Gemeinschaft, die für sie bestimmt war, getrennt und sie von der wunderbaren Beziehung mit Gott abgeschnitten. Aber Gott ist Liebe, und sein Verlangen nach dieser Gemeinschaft mit uns Menschen blieb unverändert. Daher hat er diesen wunderbaren Apostel Johannes, der die Liebe des Vaters und des Sohnes so gut kannte, bis ans Ende aufbewahrt, damit er uns durch seine Briefe in diese herzliche und liebevolle Gemeinschaft hineinbringen kann. Halleluja für die Liebe des Vaters! In der Gemeinde brauchen wir diese Gemeinschaft. Unser Christenleben ist nicht eine Religion, sondern eine lebendige Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft ist voller Licht und Liebe, denn unser Vater ist Licht und Liebe. Es ist eine herrliche, wunderbare und lebendige Gemeinschaft. Dies ist das Leben, von dem Johannes redete.

Jesus – das Wort des Lebens

Warum schrieb Johannes vom Wort des Lebens? Jeder Leser wird wohl merken, dass es sich eindeutig auf Jesus bezieht. Er hätte genauso gut schreiben können: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unseren Augen, was wir beschaut und unsere Hände betastet haben, von Jesus Christus…“, aber stattdessen schreibt er: „... vom Wort des Lebens.“ Was hat das Wort mit Jesus zu tun? Warum heißt es „das Wort des Lebens“? Was hat denn Johannes gehört, gesehen, beschaut und betastet? In der Person und im Leben Jesu Christ sah er die ganze Erfüllung des Wortes Gottes. In der Geburt Jesu, in seinem Leben auf dieser Erde, in seinem Tod, seiner Auferstehung und in seiner Auffahrt sah Johannes die Wirklichkeit, den Ausdruck, die Erfüllung und die Kraft des ganzen Wortes Gottes. Er sah die Herrlichkeit, und daher schrieb er: „Das Wort wurde Fleisch und zeltete unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit“ (Joh. 1:14a). Diese Herrlichkeit wollen wir heute genauso sehen. In uns, um uns herum und in der Gemeinde müssen wir dieselbe Herrlichkeit sehen. Diese Erfüllung und Wirkung des Wortes Gottes sollen nicht nur auf die Person Jesu Christi begrenzt sein. Wenn das Wort in ihm gewirkt hat, dann muss es in uns genauso wirksam sein. In jedem Kapitel des Johannesevangeliums wird uns berichtet, wie der Herr Jesus gewirkt und gearbeitet hat, wie Gott in ihm gewirkt hat und wie jedes Wort in Kraft erfüllt wurde. Als Jesus auf der Hochzeit zu Kana war und dort der Wein zu Ende ging, sagte er zu den Dienern: „Füllt die Wasserkrüge mit Wasser“ (Joh. 2:7)! Als sie das Wasser ausgegossen und probiert hatten, war es zu dem besten Wein geworden. Wer sonst hätte das machen können und wie ist es geschehen? Die Jünger haben die Herrlichkeit und die Wirkung des lebendigen Gottes in dieser Person gesehen. Gott war eins mit seinem Sohn und wirkte durch ihn. Johannes berichtet: „Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit“ (Joh. 2:11; siehe auch 11:39-45). Wenn Gott nicht wirkt, ist seine Herrlichkeit nicht zu sehen. Nur wenn er wirkt, sehen wir seine Herrlichkeit.

Ich freue mich, dass Johannes nicht gesagt hat: „Was wir gehört, gesehen, beschaut und betastet haben von Jesus Christus“, denn als Mensch ist Jesus aufgefahren und sitzt zur Rechten des Vaters. Aber als das Wort des Lebens wohnt er heute durch den Geist in uns! Wir können dieses praktische, lebendige Wort, das in Jesus Christus völlig erfüllt wurde, in der gleichen Weise erfahren. Dieses Leben haben wir empfangen. Geschwister, das ist eine sehr mächtige Aussage. Lesen wir im zweiten Korintherbrief: „Gott aber ist treu, so dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter uns gepredigt ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der wurde nicht Ja und Nein, sondern in ihm ist das Ja. Denn so viele Gottesverheißungen es gibt, ich ihm ist das Ja, darum auch durch uns das Amen zu Gott, ihm zur Herrlichkeit durch uns“ (1:18-20). Heute ist dieses Wort des Lebens genauso erfahrbar. Ich ermutige die jungen Leute, dieses lebendige Wort im Geist zu erfahren, indem wir in der Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn bleiben. Gottes Wort ist für uns lebendig durch den Geist, der in uns wohnt. Als ein Kind Gottes ist es dein Recht jedes Wort Gottes zu erfahren, denn dieses göttliche Leben ist in einer sehr praktischen Weise im Leben des Menschen Jesus Christus erschienen. Du kannst das Wort des Lebens erfahren, denn in Jesus Christus ist das Wort Gottes ganz erfüllt worden. In Christus ist das Ja zu allen Gottesverheißungen. Daher spricht der erste Johannesbrief vom Wort des Lebens. Dieses Leben ist für uns heute genauso erfahrbar und wirksam wie damals in Jesus Christus. Ich hoffe, dass wir alle in diese wunderbare Gemeinschaft hineingeleitet werden, denn je mehr wir in diese Gemeinschaft hineinkommen, desto lebendiger wird das Wort Gottes für uns sein, und wir werden seine Herrlichkeit schauen. Lobt den Herrn!

J.S. (Vom Vortragenden nicht durchgesehen)

 

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